Menü
  • Tschechien | Trutnov | Campingplatz Dolce.

  • Tschechien | In den Wäldern unterhalb der Schneekoppe.

  • Tschechien | Dobrosov | Bunkeranlagen.

  • Slowakei | Zborov | Deutscher Soldatenfriedhof.

  • Grenze Slowakei - Ungarn | Üdvözöl.....hääääääää?

  • Slowenien | Ptuj | Blick auf die Altstadt.

  • Slowenien | Predjama | Auf der Burg.

02 - ...und was ist mit Tee?

Am Freitag, den 27.07.2001, geht es um 9:00 Uhr bei Kilometerstand 11.418 los. Es wird heiss. Wir fahren bis Waldmünchen kurz vor der tschechischen Grenze. Ich habe in der Pension Gruber (www.pension-gruber.de) ein Zimmer bestellt. Weil es so heiss ist, haben wir zwischendurch ein gutes Stück auf der Autobahn zurückgelegt, denn ein gemütliches Bummeln auf der Landstrasse ist bei Temperaturen um 30 Grad einfach zu anstrengend. Entsprechend kommen wir zu früh an, und die Wirtin ist nicht da.

Quelle: motoplaner.de Quelle: motoplaner.de

Es ist schon erstaunlich, was heutzutage mit der Technik alles möglich ist. Über die Sprechanlage an der Haustüre bekommen wir Kontakt mit Frau Gruber auf Ihrem Handy – sie ist im Schwimmbad und wird gegen 17 Uhr zurück sein. Hanne und ich legen uns in den Schatten vor dem Haus und trinken -keinen Tee, sondern ein Bier. Als Frau Gruber vom Schwimmbad kommt, findet sie uns halb betrunken und schlafend vor ihrem Haus (was sind denn das für Landstreicher?). Später erzählt sie uns, dass sie sogar die Haustüre über ihr Handy öffnen könnte.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und mit einer frisch gefüllten Thermoskanne Kaffee im Tankrucksack (...und was ist mit Tee?) brechen wir auf. Tagesziel: Zdikov in der Tschechei. Dort gibt es das „Schlosshotel Zdikov“, das wir von einem früheren Besuch her kennen (www.schlosshotel-zdikov.de). Wir hatten dort mehrfach im Lokal gespeist. Hanne gefällt das Ambiente so gut, dass sie unbedingt einmal hier übernachten will. Die Strecke ist nicht weit. Nach dem Grenzübergang Höll direkt hinter Waldmünchen geht es auf kleinen Strässchen über Klenci – Thranov – Babylon – Nyrsko – Zelezna – Ruda – Hartmanice – Kasperske Hory und Stachy nach Zdikov (ca. 140 km).

Beim Frühstück. Beim Frühstück.

Wir bekommen im Schlosshotel sofort ein Zimmer (Preis pro Person: 43,-- DEM), ziehen ein, und lassen es uns ab sofort sehr gut gehen. Liebe am Nachmittag ist eines der schönsten Dinge (...und was ist mit Tee?), und abends sitzen wir im Schlosspark unter der riesigen Linde, mit prall gefüllten Tellern.

Am Samstag fahren wir nach dem Frühstück ca. 30 km südlich nach Lenora. Kurz hinter dem Ort liegt rechts im Wald Soumarski Most. Hier gibt es schöne, aber einfache Campingplätze, und von hier kann man mit gemieteten Kanus die Vlava (Moldau) hinunterfahren. Wir wollen am nächsten Tag vielleicht eine Kanutour machen und informieren uns über die Modalitäten. Noch während wir an der Abfahrtsstelle dem bunten Treiben zuschauen, braut sich innerhalb weniger Minuten ein schweres Gewitter zusammen. Wir müssen zusehen, dass wir loskommen! Aber keine Chance. Wir retten uns gerade noch so eben an eine Tankstelle, dann bricht das Gewitter mit aller Macht los.

Abendessen im Schlosshotel. Abendessen im Schlosshotel.

Wir warten fast zwei Stunden lang an der Tankstelle mit anderen Motorradfahrern, bis wir weiter können. Es regnet sich etwas ein, so dass es keinen Sinn macht die Umgebung weiter zu erkunden.

Also zurück zum Hotel. Wir schauen uns nachmittags im Fernsehen den Formel 1 GP von Deutschland auf dem Hockenheimring an. Es ist gerade Zeit für den Tee, als Hanne sich eine Massage von einer professionellen Masseurin verabreichen lässt.

An diesem Abend, wir sitzen gerade wieder bei einer leckeren Mahlzeit, stelle ich fest, dass ich noch nie die Schneekoppe gesehen habe. Daher starten wir am nächsten Tag durch nach Norden, in das Riesengebirge. Prag lassen wir nach einer grossen Stadtrundfahrt hinter uns. Bei Trutnov finden wir den schönen Campingplatz „Dolce“ hinter dem Ortsteil Oblanov. Der Campingplatz liegt an einem See, und wir bauen das Zelt auf. Es gibt viele Holländer hier, die ihre Wohnwagen und Campingbusse zu einer richtigen Wagenburg zusammengestellt haben.

Quelle: motoplaner.de Quelle: motoplaner.de

Im „Restaurant“ essen wir frittierte Chicken und Kartoffelpfannkuchen und trinken frisch gezapftes Bier für 50 Pfennig der halbe Liter (...und was ist mit Tee?). Das „Restaurant“ ist ein Holzverschlag, in dem ein dicker, mit Fett bespritzter Mann (Boxershorts, Hausschlappen) einen riesigen, schwarzen Grill bedient. Dann spazieren wir am See entlang und entdecken das „richtige“ Restaurant, in dem es richtig leckere Mahlzeiten gibt.

Am anderen Ufer des Sees gibt es traumhafte Häuschen. Wir müssen herausfinden, wo man sie mieten kann.

Wir touren durch das Riesengebirge. Zunächst nördlich von Trutnov über Mlade‘ Buky und Horni Masov nach PEC pod Snezkon (direkt am Fusse der Schneekoppe). Hanne zieht sich zwei riesige Stücke Blaubeerkuchen mit Sahne und Kaffee rein (... und was ist mit Tee?). Es gibt so wunderschöne Häuser, Pensionen und Restaurants hier, es ist ein Traum!

Häuschen am Seeufer. Häuschen am Seeufer.
An der Schneekoppe. An der Schneekoppe.

Anschliessend fahren wir einige Kilometer zurück, und dann an der Strassenkreuzung auf die 252 bis zur polnischen Grenze. Traumhafte Strässchen! An einer Stelle befindet sich auf beiden Seiten des Baches, an dem sich die Strasse entlangschlängelt, zwei kleine Bunker.

Nur noch wenige hundert Meter bis nach Polen. Nur noch wenige hundert Meter bis nach Polen.

Leider sind fast alle Strassen nur Stichstrassen in die Berge, so dass keine Rundtour gemacht werden kann. Auf weiteren Strecken weiter westlich in die Berge landen wir jedesmal auf einem riesigen Parkplatz. Von hier geht es nur auf Wanderers Fuss weiter durch den Nationalpark.

Am frühen Nachmittag essen wir zu mittag in einem Hotel hoch oben auf einem Berg. Ich möchte ein Wildgulasch bestellen. Der Ober – ein typischer Tscheche (blass, dünn, fettiges Haar) – meint nur, dass es kein Wild gebe, weil „Kein Wild, alle Rehe und Hirschen und Wildsauen weg.“, und dabei deutet er schmachtvoll über die Berge. Hanne bestellt einen Meeresfrüchtesalat. Auf die Frage des Obers nach Beilagen will sie „Böhmische Knödel“. Der Ober schaut sie verständnislos an und fragt sicherheitshalber noch einmal nach: „Knödelig?“. Als Hanne dies bestätigt, zieht er eine Augenbraue hoch und verschwindet. Wenn der das abends seiner Familie erzählt! Meeresfrüchtesalat und Knödel! Die halten alle Touristen für restlos übergeschnappt. Hanne würgt sich dann tatsächlich Meeresfrüchte mit böhmisch Knödelig rein – Pfui Deibel!

Abends sind wir zurück am See. Der See besteht eigentlich aus drei Seen, die ineinander überfliessen. Am Nachbarsee befindet sich eine schöne Kneipe. Wir schauen den Boule-Spielern zu und trinken Rotwein (...und was ist mit Tee?). Der Ober sieht aus wie ein Wiesel und zwinkert Hanne ständig zu. Wenn ich den erwische!