Menü
  • Tschechien | Trutnov | Campingplatz Dolce.

  • Tschechien | In den Wäldern unterhalb der Schneekoppe.

  • Tschechien | Dobrosov | Bunkeranlagen.

  • Slowakei | Zborov | Deutscher Soldatenfriedhof.

  • Grenze Slowakei - Ungarn | Üdvözöl.....hääääääää?

  • Slowenien | Ptuj | Blick auf die Altstadt.

  • Slowenien | Predjama | Auf der Burg.

08 - Kehraus

Auch für Günther und Annette ist es der letzte Tag und wir haben beschlossen, gemeinsam bis Österreich zu fahren. Es ist Freitag, der 17. August 2001. Um 9 Uhr brechen wir auf. 20 km bis Bovec, dann nach Soča und Trenta. Ab jetzt beginnt der Vršič Pass, der sich in 50 Spitzkehren auf über 1500 m in die Julischen Alpen hinaufschraubt.

Am Vršič Pass. Am Vršič Pass.

Es ist einer der abenteurlichsten, aufregendsten und schönsten Pässe, die ich kenne. Der Boxer dreht fröhlich und kräftig von Kehre zu Kehre, aber in den engen Kurven muss ich echte Arbeit leisten, denn mit voller Beladung und zwei Personen besetzt will die GS auf dem engen Strässchen nachdrücklich dirigiert werden.

Das Getriebe kommt nicht über den dritten Gang hinaus, heftige Schaltarbeit ist angesagt, die Kurven sind nur im ersten Gang zu nehmen. Es macht Spass, seit langer Zeit mal wieder in der Gruppe zu fahren. Wenn man hinunterblickt, sieht man die anderen, wie sie gerade die Kurve anschneiden, die man selbst soeben genommen hat. Annette folgt dichtauf, dann Günther mit ballerndem Auspuffrohr. Dynamik pur. Die Aussicht ist grandios, die Luft frisch und klar. Nach der Bergkuppe geht es vorsichtig hinunter, denn die Kehren sind hier mit Kopfsteinpflaster belegt.

In Kranjska Gora werden die Tanks nochmal vollgepackt und die letzten slowenischen Tolar in Zigaretten umgesetzt, dann geht es den Wurzenpass hinauf nach Österreich. Die Passkontrolle gestaltet sich problemlos. Ich muss aber noch ein „Pickerl“ erwerben, um die österreichischen Autobahnen benutzen zu können. Im Zollamt an der Passstation soll es die Vignette geben. Leider nicht für Motorräder!? Also runter in den ersten Ort. An der Tankstelle sind nur noch Monats-Vignetten vorhanden, das 10-Tages-Pickerl ist aus. So ein Mist! Die anderen machen Zigarettenpause, ich düse in den Ort zur Poststation, die um halb zwölf Uhr vormittags geschlossen ist! Da kriege ich doch einen Hals und fluche auf die „Sch... Ö....“. Die letzte Tankstelle vor der Autobahn hat gottlob noch das ersehnte Futzelchen Papier. Günther fährt jetzt mit knallender Auspuffanlage vorneweg nach dem Motto: „Wir machen den Weg frei.“.

Auf der Autobahn ab Villach kommen wir schnell voran nach Spittal und Gmünd. In Rennweg verlassen wir die Autobahn, denn die Gebühren für Katschberg- und Tauerntunnel wollen wir uns sparen. Auf der Bundesstrasse fliegen wir über den Katschbergpass und Tauernpass nach Radstadt und legen uns hier wieder auf die Autobahn. An der ersten Raststelle verabschieden sich Günther und Annette von uns, denn sie werden am nächsten Kreuz in eine andere Richtung abbiegen, während Hanne und ich über Salzburg fahren. Wir werden in Kontakt bleiben.

Wir übernachten noch einmal bei Hannes Mutter bei Erding und nehmen am Samstag, den 18. August 2001, die letzten 400 km bis nach Hause unter die Räder. Daheim angekommen zeigt der Tachometer der BMW 15.897 Kilometer – wir haben also eine Strecke von 4.479 Kilometern in den letzten drei Wochen zurückgelegt. Wir sind um viele Eindrücke bereichert, haben viele neue und sympathische Menschen kennen gelernt, und müssen einfach noch einmal festhalten:

In Slowenien leben die liebenswertesten Menschen, und es ist eines der schönsten und abwechslungsreichsten Länder, die wir bisher bereist haben.

Wo mag die Reise nächstes Jahr hingehen? Mal schauen...

Auf bald! Auf bald!