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Anhang / Reiseinformationen

Die Route

Quelle: motoplaner.de Quelle: motoplaner.de

Literaturhinweise / Reiseführer

Salter und Bousfield: Reiseführer Polen, Michael Müller Verlag, 2003

Landkarten

  • Euro Card “Polen 1 - 4”, RV-Verlag, Masstab 1:300.000
  • „Polska Mapa Campingow“, Copernicus, Masstab 1:750.000

Fahrzeug

BMW R 1150 GS Adventure
Abfahrt km-Stand:        27.607
Ankunft km-Stand:       32.077
Gefahrene Strecke km:   4.470              Zeitaufwand: 2 Wochen

Unterkunft

In den Städten gibt es überall Hotels unterschiedlicher Güte- und Preisklassen (ab ca. 30 Euro pro Nacht). Wir haben meistens gecampt (ab 3 Euro pro Nacht). Polen hat sehr viele Campingplätze (siehe auch Copernikus Landkarte). In Gebieten, in denen sich nur Einheimische aufhalten, lässt die Ausstattung (...ähhemmm...) etwas zu wünschen übrig. Meistens gibt es jedoch auch sehr gut ausgestattete Holzhütten zu mieten, was insbesondere bei schlechtem Wetter sehr angenehm ist (ab ca. 20 Euro pro Nacht).

Das "Feeling"

Obwohl insbesondere Fahrzeugdiebstahl den Polen als Volkssport nachgesagt wird, konnten wir diesbezüglich keine schlechten Erfahrungen machen. In den Städten sollte natürlich immer ein bewachter Parkplatz aufgesucht werden. Auf dem Land und den Campingplätzen gibt eine dicke Kette ein sicheres Gefühl, wir hatten jedoch nie das Gefühl einer akuten Diebstahlgefahr. Das Interesse von jung und alt an den Maschinen ist gross („Was kostet?“, „Wieviel PS?“), man kommt schnell ins Gespräch, und jedes Kleinkind will gleich mal aufsitzen.

Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend. Egal, ob man explizit nach dem Weg fragte, oder wir am Wegesrand standen und auf der Karte herumdeuteten, es fand sich immer jemand, der überschwenglich und bereitwillig helfen wollte, häufig sogar ohne dass er gefragt wurde.

Nach meinen subjektiven Eindrücken ist der Lebensstandard einfach, aber nicht so ärmlich, wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Häuser und Höfe sind in der Regel in einem guten Zustand, „Ost“-Autos wie Lada stellen mittlerweile eher die Ausnahme dar, nur weit im Osten gibt es noch den klassischen Polski Fiat 126 zuhauf, ansonsten überwiegen deutsche Fabrikate wie VW, Opel  und BMW.

Bier fliesst in Strömen. Die ersten Biertrinker sind in den Ortschaften bereits morgens um acht Uhr mit der Flasche anzutreffen.

Das Fahren auf den Strassen ist ungefährlich, jeder hält sich an die Regeln. Allerdings muss man den Verkehr im Rückspiegel immer im Auge behalten, denn es wird bis auf einen halben Meter aufgefahren, um dann bei nächster Gelegenheit möglichst knapp zu überholen, und unmittelbar vor dem Überholten wieder einzuscheren. Es bleiben keine Sicherheitslücken! Daher als Motorradfahrer immer die Strassenmitte benutzen, um im Ernstfall noch nach rechts ausschwenken zu können.

Wenn man sich so wie wir nicht auf den Hauptverbindungsstrecken bewegt, sondern ausschliesslich kleine Landstrassen benutzt, immer rechtzeitig volltanken! Denn es ist nicht abzusehen, wann mal wieder eine Tankstelle kommt. Auf den grossen Verbindungsstrecken gibt es dagegen überall Tankstellen.

Danke an...

BMW Auto- und Motorradhaus Kuehnert, Schleiz

Der freundliche Herr an der Reparaturannahme half uns unbürokratisch testhalber mit einem Lichtmaschinenregler aus. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Regler nicht defekt war, kontaktierte er telefonisch die BMW Niederlassung in Dresden, reservierte dort eine Diodenplatte und avisierte unser Kommen. Alles für lau.

BMW Niederlassung, Dresden

Aufgrund des Anrufes aus Schleiz „...isch habe hier zweij of der Durschreise...“ konnten wir die geheiligten Werkstatt-Hallen besuchen. Der junge, langhaarige Monteur checkte professionell die Elektrik der R 100 GS durch und diagnostizierte eindeutig den Lichtmaschinen-Anker als Fehlerteufel. Da der Anker als Ersatzteil hier nicht verfügbar war, kontaktierte er seinen „alten Freund“ Zweirad Richter in Hohenstein – dort war der Anker auf Lager. Ebenfalls alles für lau.

Zweirad Richter, Hohenstein, Sächsische Schweiz

Obwohl wir bei grosser Hitze und unmittelbar vor Feierabend dort eintrafen, stürzten sich der Werkstattmeister und sein Azubi sofort in die Arbeit und tauschten den Lichtmaschinen-Anker aus. Dass danach die Batterie immer noch nicht geladen wurde (wie wir später feststellten, aufgrund falsch gesteckter Kabel der Feldwicklung), kann ihm situationsbedingt nicht angelastet werden. Es war spät abends, alles ging hektisch zu, und da wir auch selbst mit Hand angelegt hatten, konnte nicht mehr eindeutig festgestellt werden, wer denn nun die Kabel falsch aufgesteckt hatte.

Alle Störche Polens

Sie waren uns zu jeder Tageszeit eine willkommene Abwechslung und Bereicherung. Jeder Strommast und jeder Hauskamin wird von ihnen bewohnt. Die ersten Flugversuche der Jungen waren noch etwas unbeholfen, aber sicher werden sie im Herbst ihre Reise in den Süden antreten. Dass wir gerne mal „einen halben Storch“ gekostet hätten, ist ein Witz und wir erbitten dafür eure Verzeihung.