Menü
  • Kroatien | Irgendwo an der Küste.

  • Kroatien | Hafeneinfahrt von Dubrovnik.

  • Montenegro | In einem Dorf im Nirgendwo.

  • Montenegro | Bei Kotor | Restaurant "Alte Mühle" (Stari Mlinij).

  • Montenegro | Durmitor Gebirge.

  • Montenegro | Küste bei Petrovac.

  • Montenegro | Virpazar am Skutari See.

  • Montenegro | Skutari See | bei Rijeka Crnojevica.

  • Montenegro | Unterwegs zum Mount Lovcen.

Kapitel 6 - Der Süden (2)

Zwei Tage später besuchen wir dann doch noch den Nationalpark Lovcen. Die alte Hauptstadt Cetinje ist für uns der Ausgangspunkt. Für Montenegriner ist Cetinje sehr viel mehr als der historische Regierungssitz. Die Stadt ist ein wichtiger Teil ihrer Identität und steht für Kampfeswillen, Mut und Loyalität.

Cetinje erlebte seine Blüte zu Beginn des 20. Jarhunderts. Hotels trugen so prachtvolle Namen wie London, Paris oder Grand. Heute liegt die Stadt in einem Dornröschenschlaf. Von Glanz und Gloria ist nicht mehr allzu viel übrig und doch zieht in jeder Allee, in jeder Gasse ein Hauch Geschichte um die Ecken. Cetinje hat auch etwas Verruchtes, gleichzeitig jedoch magisch anziehendes an sich. Männer sitzen auf den grossen Alleen der Stadt in den Bars. Alle Beschriftungen von Geschäften und Cafes sind hier und weiter im Norden nur noch in serbischer/kyrillischer Schrift vorhanden, während überall an der Küste überwiegend die lateinische Schrift vorherrscht. Zuerst haben wir uns ein bisschen wie in Russland gefühlt, aber nachdem wir die Maschine am historischen Kulturmuseum abgestellt hatten, um das Museum und die Stadt zu Fuss zu erforschen, haben wir sie mehr und mehr liebgewonnen.

Die Stadt ist sehr übersichtlich, alles ist bequem zu Fuss zu erreichen. Überall gibt es grosse Plätze mit Cafes zur behaglichen Einkehr. Nirgends herrscht Hektik, alles geht sehr gemütlich und beschaulich zu. Mit einem Wort: ein Städtchen zum Wohlfühlen.

Der Einstieg von Cetinje aus zum Lovcen Nationalpark ist nicht leicht zu finden, da es nicht ein einziges Hinweisschild gibt. Wir fragen zweimal und finden auf die Passstrasse. Oben in den blühenden Wiesen kehren wir bei einem Mann ein, der Getränke aus seinem alten Wohnwagen ausschenkt. Dann geht es weiter bergauf zum Jezerski Vrh, dem zweithöchsten Berg des Parks. Auf diesem Gipfel (1657 m) steht das Mausoleum und Grabmal des berühmten Dichters und Fürstbischofs Petar II. Petrovic Njegos. Vom Parkplatz führt eine Treppe mit 461 Stufen in einem Tunnel auf die Plattform. Den Eingang des Mausoleums flankieren zwei meterhohe schwarze Granit-Frauen. Ehrfurcht macht sich breit. Es ist ein erhabener Augenblick, die Grabstätte zu betreten.

In Cetinje. In Cetinje.
Der frühere Königspalast mit Wegweisern in alle wichtigen Museen der Welt. Der frühere Königspalast mit Wegweisern in alle wichtigen Museen der Welt.
Einkehr auf dem Weg zum Lovcen. Einkehr auf dem Weg zum Lovcen.
Tunnel mit 461 Stufen zum Gipfel. Tunnel mit 461 Stufen zum Gipfel.
Mausoleum auf dem Jezerski Vrh. Mausoleum auf dem Jezerski Vrh.

Auf dem Rückweg (im Tal hat es inzwischen geregnet und wir bibbern bei 25 Grad !) schauen wir dann noch in Sveti Stefan vorbei. Sveti Stefan war einst ein Fischerdorf und ist heute das Kronjuwel der Budvanska Riviera. Es wurde in den 60er Jahren zu einer einmaligen Nobelherberge umgebaut. Allerdings erhielten die Architekten den ursprünglichen Charakter weitgehend. Neubauten wie das Restaurant integrieren sich harmonisch in das Ensemble. Wer allerdings so wie wir kein Gast auf der Halbinsel ist, muss 5 € Eintritt pro Kopf bezahlen! Die spinnen! Daher verzichten wir weise auf eine Besichtigung.

Nach diesen Tagen in Montenegro müssen wir uns schweren Herzens auf den Rückweg machen.

Montenegro hat einen liebenswerten Charme, es ist von freundlichen und hilfsbereiten Menschen beseelt (abgesehen von den Polizisten mit ihren Radarkanonen), und stellt ein Eldorado für jeden Motorradfahrer und Gourmet dar.

Es hat uns ausnehmend gut gefallen, und ich glaube, Montenegro ist das einzige Land, in dem es noch keinen McDonalds gibt, und das ist auch gut so.

Auf bald!