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Schlussgedanken

Wir sind am Montag, den 24. Juli 2000 losgefahren, und am Donnerstag, den 24. August 2000 zurückgekommen. Unsere Reise dauerte also knapp 5 Wochen. Der Tachometer der BMW zeigt jetzt einen Kilometerstand von 99.373, das bedeutet eine gefahrene Strecke von 4.515 Kilometern.

Es gab keinerlei technische Probleme. Lediglich der Anlasser der Maschine „klemmte“ ab und zu mal, aber das hat sich in den vergangenen Tagen von selbst wieder gelöst. Wir sind gesund und unverletzt zurückgekommen, es wurde uns nichts gestohlen, aber wir haben ja auch immer besondere Sorgfalt walten lassen.

Die baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland fanden wir wunderschön und empfehlen jedem, der sich dafür interessiert, eine Reise dorthin zu unternehmen, bevor der Massentourismus einsetzt. Die Länder waren schon immer von aufgeschlossenen Menschen beseelt, die nun, nach der sowjetischen Besatzungszeit, und nachdem sie ihre Unabhängigkeit wieder gewonnen haben, daran gehen, sich auch dem Tourismus zu öffnen. Die kleinen, verschwiegenen und verschlafenen Ortschaften werden mit Imbisstuben und Fast-Food Restaurants ausgestattet werden, gemütliche Campingplätze professioneller werden. Erste Ansätze haben wir festgestellt. Wer also pure Natur und das Ursprüngliche liebt und auf etwas Komfort gerne verzichtet, dem wünschen wir einen baldigen Besuch.

Die Zustände und Lebensverhältnisse in Russland dagegen waren für uns mehr als gewöhnungsbedürftig, die von uns als äusserst belastend empfundene, permanente Belauerung und Bedrohung in St. Petersburg haben uns den Spass gründlich vermiest. Vielleicht haben wir übersensibel reagiert, vielleicht haben wir verdammt viel Schwein gehabt, vielleicht ist es auch etwas ganz anderes, das Land auf kleinen Strässchen zu bereisen und die Transitstrecken zu meiden. Für uns gilt jedenfalls im Moment: Russland – never ever again!

Die Möwenfeder, die mir Hanne an unserem ersten Zeltplatz in Estland geschenkt hat, steckt noch immer am Lenker unseres treuen Motorrades. Sie hat sich während unserer Fahrt im Wind hin- und hergebogen und wurde auch bei Überholmanövern, insbesondere durch die starken Luftverwirbelungen von Lastwagen, kräftig durchgeschleudert. Sie hat Sonne, Wind und heftigen Regen erlebt, eine Woche lang den stinkenden Smog in St. Petersburg überstanden, und uns immer Glück gebracht.

Ich nehme sie jetzt und klebe sie in dieses Tagebuch.